Ich möchte kurz auf die Unterschiede der zwei Systeme eingehen. Bei dem System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist es so, dass die Gesellschaft vorrangig mit dem Arzt zusammen arbeitet. Der Patient hat kaum Mitspracherecht in Sachen Medikation, Behandlungsart und Behandlungsdauer. Ich denke dies ist zurückzuführen auf das leider sehr beschränkte Budget welches der Arzt pro Patient von der Kasse im Quartal erhält. Bei der privaten Krankenversicherung (PKV) ist die Situation eine andere, hier sind der Patient und der Arzt sozusagen Vertragspartner. In diesem System kann der Patient direkt mit dem Arzt die Behandlungsart und –dauer sowie die Medikation vereinbaren, da der Arzt kein Budget beachten muss. Je nach Tarifwahl übernimmt die Gesellschaft bis zu 100% der Kosten. Man kann schon sehr deutlich erkennen, wie die Schere hier im Leistungsbereich auseinander geht. Jedoch liegen die Krankenversicherungsbeiträge der Mittelklassetarife der privaten Krankenversicherungen oftmals nahe bzw. unter denen der gesetzlichen Krankenversicherungen. Ein weiterer bedeutender Unterschied ist , dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung am Bruttolohn oder Einkommen berechnet werden. Gerade bei Selbständigen kann dies bei einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung sehr unangenehm werden z.B. wenn ein selbständiger mehr verdient als Ihm als Berechnungsgrundlage auferlegt wurde, dann werden die Krankenversicherungsbeiträge an seinem tatsächlichem Einkommen bemessen und er muss diese nachzahlen. Bei der Privaten Krankenversicherung ist der Beitrag abhängig vom Alter, Geschlecht und dem Gesundheitszustand, jedoch können Sie soviel verdienen wie sie möchten, dass wird den Beitrag nicht beeinflussen.

Fazit:

Private Krankenversicherungen können  je nach Tarif ein weitaus umfassenderes Angebot liefern, als es die gesetzlichen Kassen überhaupt zulassen. Man muss natürlich schauen, inwieweit eine private Krankenversicherung lohnenswert ist oder ob man überhaupt die Zugangsvoraussetzungen für die private Krankenversicherung erfüllt oder ob man nicht doch lieber in der gesetzlichen Kasse bleibt und den Leistungsumfang mit Zusatzversicherungen aufstockt. Die Grundleistungen der Kassen werden ja leider immer mehr abgebaut, was mich persönlich nicht freut, da ich der Meinung bin, dass man ein Recht auf Gesundheit hat und der Umfang oder die Art und Weise der Behandlung nicht vom Geldbeutel abhängig gemacht werden sollte.

So denken die Menschen….

Ich habe kürzlich einen Artikel gelesen mit dem Anhang einer Studie. Dieser war zu entnehmen, dass nur jeder dritte gesetzlich Versicherte mit den Leistungen seiner Kasse zufrieden ist. Dagegen äußerten  sich die Privatpatienten über den Service sowie die guten Leistungen und den Beitragsgestaltungen positiv.

Besonders unzufrieden seien die gesetzlich Versicherten  wohl mit den Leistungen für Zahnbehandlung und Zahnersatz. Sehr interessant fand ich, dass sich 70% der gesetzlichen und 73% der privat versicherten eine Aufhebung der Zugangsvoraussetzungen wünschen.

Grundsätzlich würde ich mich dem absolut anschließen, allerdings weiß ich nicht inwieweit wir damit nur das Problem vom einen System ins andere verschieben. Denn Fakt ist, dass Krankenkassen von gesunden Menschen leben, nur diese bringen Gewinn. Ich denke bei einer Aufhebung der Zugangsvoraussetzungen würden alle gesunden Menschen sich privat versichern, und die kranken Menschen würden höchstwahrscheinlich in der gesetzlichen Krankenversicherung  bleiben  weil der Basistarif der privaten Krankenversicherung um einiges  teurer wäre als Ihre gleichwertige gesetzliche Krankenversicherung. Nun stellt sich folgendes Szenario dar, alle gesundheitlich labilen Menschen wären in der gesetzlichen Krankenversicherung und alle gesunden Menschen in der privaten Krankenversicherung. Es ist wäre eine Frage der Zeit, bis das System kollabieren würde.

Die private Krankenvollversicherung

 

Mit der privaten Krankheitsvollversicherung haben wir eine Alternative zur freiwilligen Versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse. Jeder Versicherer am deutschen Markt bietet eine Vielzahl von Tarifvarianten an, aus denen wir wählen können und somit individuell den Umfang der Kostenerstattung für medizinische Leistungen zur Behandlung von Krankheiten, Unfällen und Entbindungen vereinbaren können. Die privaten Krankenversicherungen sind von gesetzlich verordneten Leistungskürzungen oder Zuzahlungserhöhungen nicht betroffen, allerdings möchte ich bemerken, dass es bei den privaten Krankenversicherungen zu Beitragsanpassungen kommen kann. Meiner Meinung ist das die Konsequenz aus schlecht aufgestellten und geplanten Tarifen. Desweiteren denke ich, dass auch bei geschlossenen Tarifen häufig Beitragsanpassungen stattfinden, weil bei diesen geschlossenen Tarifen niemand gesundes mehr aufgenommen werden kann. Im Endeffekt heißt das, dass alle Menschen die bis Dato in diesem Tarif versichert sind immer älter und labiler werden und somit kosten produzieren, diese müssen dann alle in diesem Tarif versicherten Personen aufbringen dies geschieht durch Beitragsanpassungen.

Sehr gut finde ich, dass die private Krankenversicherung grundsätzlich europaweit gilt und außerhalb Europas hat man mindestens bis zu einem Monat Versicherungsschutz. Aber bei längeren Aufenthalten kann die Geltungsdauer auch durch eine Vereinbarung mit der Versicherung verlängert werden.